Samsungs OLED-TVSeit Jahren steht die OLED-Technik für Fernsehbildschirme angeblich kurz vor dem Durchbruch, doch immer wieder warfen technische Probleme eine Markteinführung aus der Bahn. Dieses Jahr regt sich etwas: Auf der Berliner Technikmesse IFA (31. August bis 5. September) präsentieren sowohl Samsung als auch LG OLED-TVs, die anschließend auch in die Läden kommen sollen.



Brillante Kontraste, tiefes Schwarz

Wer einmal einen OLED-Bildschirm gesehen hat, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben: Eine derartige Schärfe und Farbbrillanz bei gleichzeitigem satten Schwarz, das sah schon unerhört gut aus. Möglich machen dies organische, Licht-emittierende Dioden (OLED). Da die OLED-Pixel selbst leuchten, benötigen sie keine Hintergrundbeleuchtung wie herkömmliche LED-Geräte. Die Helligkeit eines Bildpunktes lässt sich einzeln regeln – von Tiefschwarz bis blendend hell; so entsteht ein außergewöhnlicher Kontrast. Auch die Bildwiederholrate ist deutlich höher als bei herkömmlichen LCD- und LED-Bildschirmen, LG spricht von einer 1000mal höheren Geschwindigkeit. Das verhindert einen Nachzieheffekt bei schnellen Bildern, etwa bei Sportübertragungen. Weitere Vorteile der Technik sind ein geringer Energieverbrauch und extrem dünne und somit leichte Displays. Gescheitert ist eine Massenproduktion lange an der geringen Lebensdauer der Displays. Als dieses Hindernis aus dem Weg geräumt war, ergab sich das nächste Problem: Fertigungskosten. Bei Smartphone- und Tabletgrößen noch überschaubar, schossen sie bei Bildschirmgrößen, wie sie bei TV-Geräten gewünscht sind, ins Astronomische. Billig sind die angekündigten Modelle zwar immer noch nicht, aber zumindest sorgt der Preis nicht mehr schon beim Lesen für kalte Schweißausbrüche.

Samsung und LG als Vorreiter

Nun haben also gleich zwei koreanische Hersteller eine Markteinführung für 2012 angekündigt: Samsung und LG wollen bis Ende des Jahres jeweils ein 55-Zoll-Modell (140 Zentimeter) auf den Markt bringen und stellen ihre jeweiligen neuen Flaggschiffe auf der IFA vor. Samsung setzt mit seinem 3D-fähigen Modell ES9500 neben den scharfen OLED-Bildern noch auf eine weitere neue Technik namens „Dual View“: Zwei Zuschauer können – jeweils mit einer 3D-Brille auf der Nase – vor dem gleichen Fernseher zwei unterschiedliche Programme sehen; in Vollbild und mit Full-HD-Auflösung. Auch der Ton soll getrennt an die in den Brillen eingebauten Lautsprecher übertragen werden können. Einen deutschen Straßenpreis hat Samsung bisher verschwiegen, in Korea wird der ES9500 für umgerechnet etwa 7000 Euro über den Ladentisch gehen. Preislich in der gleichen Klasse spielt LGs OLED-Fernseher: Etwa 7500 Euro soll der LG55EM960V kosten. Gerade mal vier Millimeter tief ist der 3D-Fernseher, der mit Tunern für digitales Antennen-, Kabel- und Sat-TV ausgestattet ist. Darüber hinaus kann der LG55EM960V per LGs Smart-TV-Funktion diverse Internet-Inhalte ansteuern. Wem das noch zu teuer ist: Eine aktuelle Preisübersicht von LCD-Geräten finden Sie hier.

Andere Hersteller ziehen nach

Derweil sind Panasonic und Sony eine OLED-Partnerschaft eingegangen, um die Herstellungskosten zu senken. Mit der Massenproduktion soll 2013 begonnen werden, beide Unternehmen wollen ihre Geräte aber eigenständig vermarkten. Und auch wenn andere namhafte TV-Hersteller wie Sharp sich noch nicht aus der Deckung wagen – der OLED-Zug nimmt nun tatsächlich nach Jahren des Wartens Fahrt auf.

Foto: Samsung-Pressefoto

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