Die schärferen Bilder von HDTV (High Definition Television, hochauflösendes Fernsehen) kommen vor allem bei Live-Sport voll zur Geltung. Kein Wunder, dass die Übertragungen der Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2012 alle in dem hochauflösenden Format produziert werden. Noch besser: Sie sind alle frei zu empfangen. Um sie in HD zu sehen, muss kein Abo-Vertrag oder digitaler Kabel-TV-Vertrag abgeschlossen werden. Denn da die öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF die Begegnungen zeigen, sind sie auf allen Empfangswegen unverschlüsselt zu sehen.

Empfang per Kabel, Satellit oder IPTV

Im Kabel, per Satellit und per Internetfernsehen (IPTV) in Standardauflösung (1024 x 576 Bildpunkte) und in HD-Auflösung (1280 x 720 Bildpunkte). Das Erste und ZDF sind mittlerweile in fast allen Kabelnetzen in HD zu sehen. Voraussetzung ist, dass der Anschluss die notwendige Datenmenge übertragen kann. Faustregel: Bietet der Betreiber an einer Adresse auch Internet per Kabelanschluss an, kann auch HDTV empfangen werden. Eventuell muss ein neuer Sendersuchlauf durchgeführt werden. Per Antenne (DVB-T) allerdings nur in Standardauflösung.

Kabel digital? Nicht unbedingt nötig

Viele Flachbildfernseher haben mittlerweile Empfangsteile (Tuner) für HDTV-Empfang eingebaut, oft für mehrere Empfangswege. Aber auch Fernseher ohne HD-Tuner können hochauflösende Bilder zeigen: Voraussetzung: Ihr Bildschirm ist HD-Ready, kann also mindestens 1280 x 720 Bildpunkte darstellen. Für dem Empfang der HD-Signale ist dann eine externe, HDTV-fähige Empfangsbox notwendig. Dass muss nicht die eines Kabelnetzbetreibers sein, die in der Regel in Verbindung mit einem Abo-Vertrag gestellt wird. Wem die Versorgung mit den Programmen der öffentlich-rechtlichen Anstalten ausreicht, kann sich auch einen günstigen Empfänger ohne Einschub für Abo-Karten kaufen. Denn die digitalen Programme von ARD und ZDF werden grundsätzlich digital in die Kabelnetze eingespeist, nicht erst wenn man neben dem Kabelanschluss noch einen Abo-Vertrag abgeschlossen hat. Die Kabelnetzbetreiber weisen auf diese Tatsache aber nicht hin, denn sie wollen natürlich ihre Digitalpakete vermarkten. Wer allerdings auf so ein Abo verzichtet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er dann die privaten Programme von RTL, Sat.1 und anderen nicht digital und auch nicht in HD empfangen kann.

Sat? Die Öffis gibt’s gratis

Per Satellit ist der HD-Empfang von Das Erste und ZDF ebenso unproblematisch. Allerdings muss der interne oder externe Sat-Receiver natürlich HD-fähig sein. Auch hier gilt: Wem die öffentlich-rechtlichen Programme ausreichen, benötigt nur eine HD-Sat-Box ohne Entschlüsselungssysteme.

IPTV, Entertain und Co.

Wer sein Programm über die Internetleitung empfängt (IPTV oder Internet Protocol Television) benötig grundsätzlich eine zusätzliche Set-Top-Box. Die wird aber vom Betreiber gestellt.

Wichtig: Das Erste und ZDF werden nicht automatisch in HD übertragen, wenn ein HDTV-fähiger Fernseher genutzt wird. Die Programme werden parallel zur Standardausstrahlung gezeigt. Es ist also ein neuer Sendersuchlauf notwendig, um Das Erste HD und ZDF HD zu empfangen. Sie sind an dem Zusatz HD im Senderlogo zu erkennen.

Sonderfall DVB-T

Viele Fernseher haben einen sogenannten HD-Triple-Tuner. Das heißt sie können HD-Programme per Satellit, Kabel oder digitalem Antennenfernsehen (DVB-T) empfangen. Das Problem: In Deutschland wird, anders als zum Beispiel in Frankreich, kein HDTV per Antenne ausgestrahlt. Der Fernseher ist zwar technisch in der Lage, doch Das Erste und ZDF werden nur in SD-Auflösung gesendet. Ob und wann es HDTV auch per DVB-T geben wird, ist derzeit nicht bekannt.

Foto: HaywireMedia – Fotolia

Kommentare sind geschlossen.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.